Lobpreis ist Verschwendung
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00:00:00: Herzlich willkommen zur neuen Anacht aus unserer Reihe Lobpreis Worship und Anbetung.
00:00:05: Worum ging's denn beim letzten Mal?
00:00:07: Wer war dabei?
00:00:08: Wer weiß noch?
00:00:08: Vor allem ein Schlagwort Lobpreis ist.
00:00:13: Ja, Lobpreis ist, was war die Überschrift?
00:00:18: Das ist ja Untertitel für die ganze Reihe.
00:00:20: Von der Anacht letzte Woche.
00:00:23: Gab's so ne Freude, die sah so aus.
00:00:25: Da stand Lobpreis' Liebe drauf.
00:00:26: Genau.
00:00:28: Und wir haben darüber gesprochen, was ist Liebe.
00:00:30: Ja, das Liebe auch immer.
00:00:32: ein Opfer enthält, dass irgendein Akt ohne Opfer keine Liebe ist.
00:00:37: Ja, Liebe kostet einfach immer.
00:00:39: Und wie sieht ein Opfer aus Liebe aus, wenn man es mit anderen Opfern vergleicht?
00:00:45: Es gibt eigentlich zwei Bedingungen.
00:00:48: Versteht die Frage, was muss ein Opfer aus Liebe beinhalten, dass es ein Akt der Liebe ist und nicht irgendwas anderes.
00:00:55: Kann ja auch andere Sachen opfern.
00:01:00: Genau, ganz wichtiger Punkt, ja, wenn ich dem Staat Steuernzahle, dann ist es nicht ein Akt der Liebe.
00:01:07: Wenn ich für das gleiche Geld keine Ahnung, du was ein Weihnachtsgeschenk mache, dann ist das ein Akt der Liebe.
00:01:11: Also, Opfer ist immer freiwillig und darüber hinaus ein Opfer ist auch mehr als man geben muss.
00:01:18: Was meine ich damit?
00:01:20: Man könnte zum Beispiel einen Ehreradgeber lesen, wo man drin steht, was gut ist, was man machen sollte und dann würde da drin stehen, ja, mindestens einmal im Monat sollte man eigentlich auf ein romantisches Date gehen.
00:01:32: Oder ... zwanzig Minuten Gespräch pro Tag sind wichtig, ... ... weil Statistik zeigen, dass blah, blah, blah ... ... ähnlich miteinander reden lassen nicht scheiden.
00:01:40: Irgendwie sowas gibt es bestimmt.
00:01:42: Oder keine Ahnung, für so einen Ratgeber für gute Freunde, ... ... da könnte dann drinstehen, ja, ein Weihnachtsgeschenk ... ... für zwanzig Euro, das ist eigentlich schon das Minimum, ... ... wenn man so einen besten Freund hat, ja, keine Ahnung, ... ... es ist ja auch immer budgetabhängig.
00:01:56: Könnte drinstehen, ja, ich stelle euch vor, ... ... ich würde also meiner Frau für ... ... zwanzig Euro in Weihnachtsgeschenk machen, ... ... ich würde mir die einmal zum Essen ausführen ... ... und wenn wir uns enthalten, ... ... Teil mal stellen, nach zwanzig Minuten sagen, ... ... so, soll erfüllt, ich gehe nach Hause, ... ... bin ja schon zu Hause, mach jetzt, ... ... gehe ja sich an den PC oder sonst sowas, ja.
00:02:12: Das wäre, das hätte ich irgendwie meinen, ... ... mein Soll erfüllt, ... ... aber das wäre nicht wirklich Liebe.
00:02:17: Ja, so Liebe ist nicht nur freiwillig, ... ... sondern Liebe ist ... ... oder dieses Mehr als man geben muss, ... ... ist ein Bestandteil von Liebe.
00:02:26: Und deswegen ist das Thema von heute low-preis ist Verschwendung, weil Liebe immer verschwenderisch ist.
00:02:33: Liebe verschwendet immer und wenn low-preis Liebe ist, dann ist low-preis auch Verschwendung.
00:02:37: Und ich glaube, ein universeller Bestandteil von jeder Form von Liebe ist immer Verschwendung.
00:02:42: Hatt ich mal von euch ein Beispiel, wo ihr richtig verschwenderische Liebe erlebt habt?
00:02:49: Pärchen grinsen nicht an.
00:02:53: Ansonsten hab ich was, ja... drei verschiedene Beziehungen, die ich in meinem Leben gehabt habe.
00:03:00: Zum Beispiel hatte ich mal eine Fernbeziehung Berlin, Freiburg und an einem Samstag wäre meine damalige Freundin von Freiburg nach Berlin mit dem Fernbus gefahren.
00:03:11: Was habe ich also gemacht?
00:03:13: Ich habe mich... ... am Samstag, sorry, am Samstag, ja.
00:03:15: Ich habe mich Freitagabend in Nachtbus gesetzt, bin zwölf Stunden nach Freiburg getuckert, ... ... war dann irgendwie sechs Stunden in Freiburg und bin dann abends mit ihr wieder zurückgefahren.
00:03:24: Ja, total unnötig, irgendwie für sechs Stunden Aufenthalt, zwölf Stunden Bus zu fahren, ... ... oder beziehungsweise ein vierundzwanzig, oder ich glaube, elf Stunden mal.
00:03:32: Zweiundzwanzig Stunden Bus fahren, dass die sechs Stunden in Freiburg sind.
00:03:34: Total unnötig, totale Geldverschwendung, aber ... ... Liebe ist verschwenderisch.
00:03:39: Oder ich habe mal ... Jess war mit meinem ersten Heiratsantrag nicht ganz zufrieden, deswegen musste ich noch meinen zweiten draufsetzen.
00:03:48: Ist eine andere Geschichte, kann ich immer anders erzählen.
00:03:51: Und ich hab dann so ein schönes romantisches Date auf dem Weinberg hier in Felefanz geplant und wollte das auch entsprechend dekorieren und hab dann solche Salettenbuschel gebastelt.
00:04:00: So.
00:04:01: Und ich hatte aber nicht mehr genügend Zeit, weil ich ganz viele andere Sachen noch geplant habe, so eine Schnitzeljagd und so weiter, dahinführend.
00:04:06: Und dann saß ich also in der Bahn, ja, morgens, sieben oder zwanzig mal, aus Schwanta, hab mich hingesetzt, hab Servettenbuschel bastelt.
00:04:12: Und die ganzen coolen Schüler haben mich angeguckt, was ist das für eine Wiede, dass also solche Servettenbuschel bastelt, ja.
00:04:16: Aber mir war's egal, was andere über mich denken, ja, es hat mir auch nicht gereicht, dass da fünf Dinger, dass ich fünf?
00:04:21: ... Puschel hatte, sondern der ganze Busch ... ... auf dem Weinberg musste halt von der Servettenpuschel sein.
00:04:26: Und ich habe alle, die ich halt machen konnte, habe ich gemacht.
00:04:28: Warum?
00:04:29: Weil ich Jess eine richtig schöne Überraschung ... ... und diesmal hoffentlich einen vernünftigen ... ... Heiratsantrag machen wollte.
00:04:34: Oder ... ... Lotta ist dieses Jahr viel geworden und ... ... die letzten Jahr viel geworden und wir waren ... ... im Schwimmbad an ihrem Geburtstag ... ... und dann kamen wir da irgendwie um ... ... also nicht zehn Uhr zurück oder so ... ... und am nächsten Tag hatte sie ihre Geburtstagsfeier ... ... und mir war es wichtig, dass ich richtig unnötig ... ... ich bin jetzt nicht so der mit ... begabte Künstler, aber ich habe mir diesen Pepperwurzkuchen gebacken.
00:04:53: Warum?
00:04:54: Weil ich sie liebe und bin dann irgendwie erst um eins ins Bett gekommen, weil es Ewigkeiten gedauert hat, diesen Kuchen zu backen und dann diese mit Zuckerguss.
00:05:02: habe ich das gemacht.
00:05:03: Ja, es hat einfach lange gedauert, aber das macht es mir wert.
00:05:05: Liebe ist verschwenderisch.
00:05:09: Und genauso kann und soll auch unsere Liebe zu Gott sein, dass wir nicht nur das Allernötigste geben, ja, keine Ahnung.
00:05:16: einen Puscheltchen für Gott oder einen Fertigkuchen oder noch schnell kurz zum Bäcker fahren und da einen Kuchen kaufen oder sowas, sondern unsere Liebe zu Gott soll auch verschwenderisch sein.
00:05:25: Letztendlich gibt es zwei verschiedene Ansätze, wie man sein Glauben leben kann.
00:05:30: Ja, und irgendwie bei beiden sagen es dreht sich um Jesus.
00:05:33: und die einen sagen, was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?
00:05:36: Ja, alles klar, irgendwie ein Jesus glauben, okay mache ich, ich glaube, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist, dass er mir die Schuld vergeben hat.
00:05:42: Alles klar, ich bin dabei, cool.
00:05:44: Ja?
00:05:45: Und die anderen sagen, was kann ich tun, damit Jesus sich freut?
00:05:49: Und wenn es mal was verschwenderisches ist, dann tue ich das auch.
00:05:52: Warum, weil ich eine Liebesbeziehung habe zu Jesus.
00:05:58: Meine allererste Andacht, die ich in meinem Leben gehalten habe, da war ich, glaube ich, zwölf im Schülergebetskreis oder dreizehn, und haben gesagt, okay, jeder ist mal dran.
00:06:04: Und irgendwann war ich dran, meine Andacht zu halten.
00:06:06: Ich bin fast gestorben, voll aufgeregt, keine Ahnung, was erzähle ich denen?
00:06:09: ... war der Jüngste da im Kreis ... ... in den ganzen sechzehn, siebzehn, ... ... achtzehnjährigen, die am Schüler Gebetskreis sind ... ... und da hat mir meine Schwester gesagt, ... ... nimm doch eine Geschichte aus der Bibel, ... ... die dich begeistert und mach da rüber eine Andacht.
00:06:19: Und dann habe ich ... ... eine Andacht über einen Thema gehalten, ... ... was mich begeistert, und zwar aus ... ... zweiter Mose, die ist neigstunddreißig für sieben.
00:06:27: Da sammeln ... ... also da für diese Stiftzüte ja dieser Tempel ... ... Vorgänger gebaut von Vorg Israel ... ... und die waren ja nervös und mussten dann zusammentragen, ... ... was man halt so ... ... zusammentragen muss, um dieses ... Zählt zu bauen, dann steht ein Fers und alle Spenden reichten ihnen aus, um die Arbeit zu tun, sodass noch etwas übrig blieb.
00:06:46: Und das begeistert mich, da gibt es ein Projekt und man macht nicht erst eine große Rechnung und teilt dann auf, okay, da gibt eine und ein halb Goldstück und dann haben wir genügend Gold, sondern alle geben aus ihrem Herzen für ihren Gott.
00:06:56: und am Ende war das so viel, dass es noch übrig blieb.
00:06:58: Man überlegen muss, okay, was machen wir jetzt mit dem Gold, was übrig blieb ist, ja?
00:07:01: Das ist mehr als, als was man geben musste, dieses Freiwillige darüber hinaus verschwenderische sein.
00:07:09: Und genauso ist auch Low Price.
00:07:12: Low Price ist Zeitverschwendung.
00:07:16: Ja, weil, keine Ahnung, man schenkt Gott Zeit, man schenkt ihm die Ehre, die ihm gebührt und eigentlich hat man davon ja nichts.
00:07:22: Ja, wenn du Lobreis machst, für dich, damit du Gott näher kommst oder damit du... auf erbaut wirst oder damit du fröhlicher wirst oder was ich persönlich oft mache, wenn ich irgendwie so richtig niedergeschlagen bin, setze ich mir ins Cafir, mach Lobreis, singe ein paar Lieder und merke, dass es in meiner Seele gut tut.
00:07:40: Das ist okay, ja, das ist nicht Sünde, das zu tun, das ist nicht schlecht, das zu tun, aber es ist eigentlich nicht der Kern von Anbetung, weil Anbetung ist Verschwendung für den anderen.
00:07:49: Und an Betung wäre es dann, wenn man sagt, okay, jetzt geht es mir gut, jetzt habe ich fünf Lieder gesungen und ich bin wieder happy und fühle mich Jesus ganz nahe und ich singe einfach noch fünf mehr Lieder.
00:07:58: Ja, nicht mehr für mich, sondern nur noch für ihn.
00:08:00: Das ist der Kern von Anbetung.
00:08:04: Und Anbetung an sich oder Lobpreis an sich hat keinen Sinn, außer Gott zu zeigen, dass man ihn liebt.
00:08:12: Kennt ihr das Konzept von den fünf Sprachen der Liebe?
00:08:15: Wer hat schon mal davon gehört?
00:08:17: Okay, wer hat davon noch nie was gehört?
00:08:20: Alles klar.
00:08:21: Es gibt so ein Buch, fünf Sprachen der Liebe, ist so ein Klassiker in christlichen Kreisen, so ein Ratgeber für Beziehungen innerhalb einer, sag ich mal, festen Beziehung, aber vor Rollschaffen.
00:08:32: Ja, das jeder Mensch irgendwie in einer von fünf Kategorien fällt.
00:08:35: Die einen Menschen springen voll auf Geschenke an, ja, die anderen auf Lob und Anerkennung und Wertschätzung, die dritten auf gemeinsame Zeit, dann die vierten auf Zärtlichkeit und kuscheln und so was.
00:08:45: und die fünften auf... Hilfeleistungen.
00:08:47: Ja, wenn man ihnen anbietet, irgendwas für die zu machen.
00:08:49: Und so springen unterschiedliche Leute auf unterschiedliche Liebessprachen an.
00:08:54: Also keine Ahnung.
00:08:55: Bei manchen Menschen, wenn wir ihnen was schenken, sagen die, hey cool, danke.
00:08:58: Und manche Menschen fühlen sich richtig doll geliebt.
00:09:00: Meine Liebessprachen finden zum Beispiel Lob und Anerkennung und Geschenke.
00:09:02: Also wenn ihr mal was Gutes tun wollt, macht euch Gedanken und schenkt mir was Cooles oder ermutigt mich mit irgendwas.
00:09:08: Ja, dadurch fühle ich mich geliebt.
00:09:10: Wenn ihr irgendwie in meinen Garten kommt und Unkraut ruft, finde ich es zwar nett.
00:09:14: Aber es ist eher die Liebessprache meiner Frau.
00:09:15: Also, wenn ihr Jesse gehabt, macht das mal.
00:09:18: Und die Sache ist, Gott hat auch eine Liebessprache.
00:09:21: Und Gottes Liebessprache ist, keine der fünf, ist Gehorsam und Verschwendung.
00:09:27: Das ist nämlich die gleiche Sprache, die er auch spricht.
00:09:31: Der Sohn Jesus war dem Vater Gehorsam.
00:09:35: um ihm zu zeigen, dass der Sohn den Vater liebt.
00:09:37: Und wenn wir Gott lieben wollen, müssen wir ihm auch gehorsam sein.
00:09:42: Und gleichzeitig dieses verschwenderische, was wir vielleicht auch beim Lobpreis haben, dieses okay, wir singen jetzt vielleicht hier mal bei der Lobpreisabend anderthalb Stunden Lieder.
00:09:51: Langsam wird's mir langweilig, egal, ich singe noch zwei mehr.
00:09:54: Das ist halt genau die gleiche Verschwendung, die Gott auch in seiner Liebe uns offenbart.
00:10:00: Wo ist denn Gott verschwenderisch in seiner Liebe?
00:10:02: Zum Beispiel... beim Sternenhimmel.
00:10:05: Wenn man sich darüber nachdenkt, dass der Großteil der Menschen, ja sozusagen bis siebzehnfünfzig oder sowas, hat neunundneunzig, komme neunneunneun neun Prozent der Sterne nie gesehen.
00:10:18: Ja, warum hat Gott sie geschaffen?
00:10:19: Weil er verschwenderisch ist in seiner Liebe... uns gegenüber, dass es für uns im einundzwanzigsten Jahrhundert immer noch Sterne gibt, die halt noch nicht entdeckt sind, immer noch Hümmelskörper gibt, die noch nicht entdeckt wurden, weil er nicht nur die Menschen von vor zweitausend Jahren die angefangen haben, die die Sterne zu beobachten, sondern halt, dass das, dass halt alle Menschen irgendwie meinen neuen Planeten oder sowas und dann Kometen entdecken können.
00:10:43: Ja, Gott ist verschwenderisch und dann lieber.
00:10:45: Oder ewiges Leben, er könnte uns auch gerade so in den Himmel lassen.
00:10:51: Aber er schenkt uns ein ewiges Leben in der ganz anderen Qualität.
00:10:55: Oder noch eine Stufe drauf.
00:10:57: Er könnte auch dieses ewige Leben im Himmel uns verbringen.
00:10:59: Aber er entscheidet sich, dass wir seine Braut sind.
00:11:04: In der Bibel steht, dass die Gemeinde, also wir, die wir in Jesus glauben, dass wir die Braut Christi sind.
00:11:09: und irgendwann wird es ein riesiges Hochzeitsfest geben, wo Jesus seine Braut in Empfang nehmen wird.
00:11:15: Er hätte uns also... Es hätte uns ja ausgereicht, wenn wir einfach nur dabei wären im Himmel.
00:11:20: Aber Jesus ist so verschwenderisch in seiner Liebe, dass er sagt, nein, ich möchte euch nicht nur dabei haben, ich möchte euch heiraten.
00:11:27: Oder er hätte uns einfach nur so viel geben können, wie wir brauchen zum Leben.
00:11:31: Aber er sagt, nein, ich schenke euch nicht nur irgendwie Trockenbrot und Wasser, sondern richtig geile Burger und eine richtig leckere Fassbrause.
00:11:39: Dass wir es genießen können.
00:11:42: Dass wir so viele Dinge im Leben haben, die wir einfach genießen können.
00:11:45: Wir bräuchten sie nicht.
00:11:46: Genuss ist unnötig.
00:11:48: Aber Genuss ist Gottes Liebessprache zu uns.
00:11:51: Seine Verschwendung.
00:11:52: Oder die Schönheit in der Schöpfung.
00:11:56: Total unnötig.
00:11:57: Jeden Tag aufs Neue.
00:11:59: Schenkt Gott.
00:12:00: allen Menschen einen wunderschönen Sonnenaufgang und einen wunderschönen Sonnenuntergang.
00:12:05: Und die unterscheiden sich jeden Tag und wahrscheinlich auch von alle zwanzig Kilometer unterscheiden die sich.
00:12:09: Gott denkt sich jeden Tag zehn tausend verschiedene Sonnenuntergänge auf.
00:12:13: Warum?
00:12:13: Weil er verschwenderisch in seiner Liebe ist.
00:12:15: Oder irgendwelche coolen, crazy Paradiesvögel oder andere Tiere, die ihr total geil findet.
00:12:21: Und vor allen Dingen die ganzen Vogelgesänge, die die machen.
00:12:25: Neun und neunzig Prozent dieser Vogelgesänge werden von nie einem Menschen gehört.
00:12:29: Gott ist verschwenderisch in seiner Kreativität, in seiner Liebe zu uns, dass wir uns an seiner Schöpfung erfreuen können.
00:12:36: Oder ja, irgendwelche abnormalen Naturphänomene und Berge und was ihr vielleicht schön findet in der Natur.
00:12:43: Gott ist so verschwenderisch, dass er die ganze Welt jede Ecke dieses Planeten einfach wunderschön gestalten hat.
00:12:50: Und... Ja, der größte Akt der Liebe, sein verschwenderisches Sterben am Kreuz.
00:12:56: Ganz ehrlich, das ist auch total unproportional, dass der Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde Mensch wird, um uns kleine wenige Hanseln zu retten.
00:13:08: Also hätte doch bestimmt keine Ahnung, ja jetzt eigentlich nicht, aber also man hätte sich auch vielleicht irgendwas anderes ausdenken können.
00:13:15: Ja, warum muss Jesus am Kreuz sterben, um uns zu zeigen, wie verschwenderisch seine Liebe ist?
00:13:21: Also die Alternative, die man sich hätte ausdenken können, zum Beispiel, in dem Gott Machinetten geschaffen hätte, das wäre eine Alternative, die ohne Kreuz ausgekommen wäre.
00:13:29: Ja, aber er hat sich beschlossen, er hat ja schon mit Schöpfung des Menschen gewusst, dass er menschlich gegen ihn entscheiden wird und dass er tot am Kreuz nötig sein wird, um den Menschen, der sich von Gott abgewandt hat, wieder mit ihm zu versöhnen.
00:13:42: Und er hat sich dafür entschlossen, trotzdem uns Menschen zu erschaffen.
00:13:47: Weil er so verschwenderisch ist in seiner Liebe, dass er sagt, ich liebe diesen Menschen so sehr, ich bin bereit, alles unter anderem ein eigenes Leben zu geben, weil ich diesen Menschen liebe.
00:14:00: Gott gibt sich selbst, der Herr stirbt für seine Knechte, der Schöpfer stirbt fürs Geschäft.
00:14:07: Das ist Jesu unendliche verschwenderische Liebe.
00:14:12: Und wenn wir verstehen, wie sehr Gott uns liebt.
00:14:15: dann löst das in uns vielleicht auch so einen Wunsch aus Gott zurückzuleben und genauso verschwenderisch zu sein.
00:14:22: Und wir wollen uns ganz im Schluss noch eine Geschichte anschauen und jetzt ein bisschen Patchwork aus verschiedenen Evangelien zusammen.
00:14:29: und ich fange einfach mal in Johannes XII an und springe nach zwei Fersen zum Markus XIV.
00:14:34: In Johannes XII, viele von euch kennen sie wahrscheinlich, lesen wir, Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passer nach Bethanien, wo Lazarus war.
00:14:44: den Jesus aus den Toten auferweckt hatte.
00:14:46: Sie machten ihm nun dort ein Abendessen und Martha diente Lazarus, aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen.
00:14:53: Also für alle, die keine Ahnung haben, wo wir sind.
00:14:56: Kurz vor der Kreuzigung geht Jesus nochmal nach Betanien.
00:15:00: Da gab es diesen Lazarus, der wohnte mit seinen Schwestern Maria und Martha zusammen.
00:15:04: Die hatten eine Wege zusammen.
00:15:05: Lazarus war eine Weile vorher mal gestorben.
00:15:08: Jesus hat ihn aus den Toten auferweckt und die essen ihn zur Abend.
00:15:13: Genau.
00:15:14: Ich lese mal weiter.
00:15:18: Huch, hab ich jetzt gar nicht mit.
00:15:20: Hab ich vergessen.
00:15:21: Okay, egal.
00:15:22: Dann hört einfach zu, ich lese euch den Rest des Textes einfach vor, aus Markus XIV an.
00:15:26: Und als Herrn Betanien war, in dem Hause Simon des Aussetzigen, also es war der Vater von den Dreien, kam während er zu Tisch lag, eine Frau, die in aller Basta-Fläschchen mit Salböl von echter kostbarer Nade hatte.
00:15:38: Sie zerbrach das Fläschchen und goss es auf sein Haupt.
00:15:42: Es waren aber einige bei sich selbst unwillig.
00:15:45: Wozu ist diese, jetzt kommt's, Verschwendung des Saalböhls geschehen?
00:15:49: Denn dieses Saalböhl hätte für mehr als dreihundert die Nahrung verkauft und ihr erlöst den Armen gegeben werden können.
00:15:56: Und sie fugen sie an.
00:15:57: Jesus aber sprach, lasst sie.
00:15:59: Was macht ihr Mühe?
00:16:00: Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
00:16:02: Denn die Armen habt ihr alle Zeit bei euch.
00:16:04: Und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun.
00:16:06: Mich aber habt ihr nicht alle Zeit.
00:16:08: Sie hat getan, was sie konnte.
00:16:10: ist er im Voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
00:16:15: Aber wahrlich, ich sage euch, wo das Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird auch von dem, was sie getan hat, geredet werden zu ihrem Gedächtnis.
00:16:26: Versteht ihr, was das steht?
00:16:28: Ja, Jesus hat tausende Male zu Abend gegessen.
00:16:31: Er war tausende Male in irgendeinem kleinen unbedeutenden Kaff in Israel.
00:16:35: Aber ganz am Ende steht, Wo das Evangelium gepredigt wird, in der ganzen Welt, wird auch von dem, was sie getan hat, geredet werden zu ihrem Gedächtnis.
00:16:45: Wo das Evangelium gepredigt wird?
00:16:46: Ja, ob hier in Deutschland, aber in China, in Chile oder Südamerika oder Südafrika oder aus drei Jahren sonstwo.
00:16:52: Egal wo, egal ob fünftig nach oder nach Jesus Tod oder im Jahr dreihundert oder im Jahr tausend oder im Jahr zweitausendundreinundzwanzig, egal wann, überall wo das Evangelium gepredigt wird, wird von dieser Frau Maria erzählt, die dieses Fläschchen, Salböl nimmt und Jesu salbt.
00:17:12: Was war daran so besonders?
00:17:14: Weil es das Zeichen der ultimativen Verschwendung war.
00:17:17: Es war ein Akt, wahrer Liebe.
00:17:19: Und dieser Akt ist in die Bibel geschrieben, um uns zu inspirieren, wie sehr man Jesus lieben kann.
00:17:25: Ja, aber war es eine Verschwendung?
00:17:26: Dreihundert Denare, weiß niemand, wie viel ein Denar war?
00:17:31: Ein Tageslohn.
00:17:32: Dreihundert Denare, das ist also knapp ein Jahresgehalt.
00:17:35: Was ist das Durchschnittsjahresgehalt in Deutschland?
00:17:38: Wer weiß es?
00:17:40: Nee, fast doppelt so viel.
00:17:42: Neunundvierzigtausend Euro.
00:17:44: Ja, der Durchschnittsdeutsche verdient neunundvierzigtausend Euro brutto im Jahr.
00:17:48: Das heißt, dieses Öl hat knapp fünfzigtausend Euro gekostet.
00:17:52: Ja, ist das realistisch?
00:17:54: Ja, wenn ihr mal so schaut auf irgendwelche Luxusseiten, kostet Parfüm.
00:17:58: Keine Ahnung, kostet locker mal so paar tausend Euro.
00:18:00: Und die Sache ist, so ein Parfüm ist immer neunzig Prozent Alkohol.
00:18:04: Ja, oder wie zehn Prozent Essenz.
00:18:06: oder Duftstoff.
00:18:07: Und dieses Öl war quasi, ja, hundert Prozent das teure Duftstoff.
00:18:12: Ja, das ist total realistisch, dass es einen Fläschchen mit fünfzigtausend Euro Wert an Öl gibt.
00:18:21: Daraus konnte man dutzende Performs machen, die man für mehrere tausend Euro hätte verkaufen können.
00:18:26: Das war ein Akt der übelsten Verschwendung.
00:18:29: Die Frage ist auch, woher hatte sie das Geld?
00:18:32: Ja, woher hatte sie dieses teure Fläschchen?
00:18:34: Das steht nicht in der Bibel.
00:18:37: Aber ich bin auch folgende Erklärungen gestoßen, die irgendwie Sinn ergibt.
00:18:40: Da Simon, der Aussätzige, der Papa der drei, und bevor der Aussatz hatte und dann am Aussatz gestorben ist, war der wahrscheinlich Parfohrhändler.
00:18:48: Weswegen er solche Sachen hatte.
00:18:50: Und sein Sohn Lazarus hat dann sozusagen das Geschäft und das Geld geerbt.
00:18:54: Martha, seine eine Tochter des Hauses.
00:18:57: Und Maria, die andere Tochter, hat dieses Öl geerbt.
00:19:03: Dieses Flakorm mit diesem unendlich teurem Öl.
00:19:06: Warum hat das so wichtig, weil man damals eine Mitgift gebraucht hat?
00:19:10: Wenn du als Frau heiraten wolltest, musst du da irgendwas mit in die Ehe nehmen.
00:19:13: Das heißt, die Marta das Haus und Maria dieses Öl hatten, das war ihre Sicherheit dafür, dass sie irgendwann heiraten werden können.
00:19:20: Ja, und es war nicht nur wichtig irgendwie, dass man halt jemanden abbekommen hat, sondern deine Familie, deine Ehe und später deine Kinder, die waren eine soziale Absicherung.
00:19:30: Die Maria... Die gibt dieses Öl hin und ohne dieses Öl hat sie wahrscheinlich keine Chance auf ein Heirat.
00:19:38: Sie hat keine Sicherheit im Alter.
00:19:41: Sie hat kein Status, weil man damals als unverheirateter Mensch einfach nicht so viel gegolten hat.
00:19:45: Verschwendung kostet dich was.
00:19:48: Es ist leicht, Gott anzubeten, wenn man nichts Besseres zu tun hat.
00:19:51: Zum Beispiel, wenn man Ehe im Gottesdienst sitzt, kann man auch einfach mal drei Lieder mitsehen.
00:19:55: Das kostet eine nichts.
00:19:56: Es ist leicht, von seinem Überfluss zu spenden.
00:19:58: Aber verschwenderische Liebe tut... immer weh.
00:20:03: So wie es Jesus wehgetan hat, ans Kreuz zu gehen und so wie es Maria wehgetan hat, ihre Sicherheiten aufzugeben.
00:20:12: Ja, Maria vergießt Öl, Jesus vergießt Sein Blut.
00:20:17: Was ist das Gegenteil von Verschwendung?
00:20:21: Berechnung.
00:20:22: Ja, so wie die Jünger.
00:20:23: Wäre es gut oder schlecht gewesen, das Geld in Armen zu geben?
00:20:28: Was meint ihr?
00:20:29: Ist es gut, wenn man sich um Arme kümmert?
00:20:32: Ja, es wäre gut, das Geld in den Armen zu geben.
00:20:34: Ja, sie hatten recht.
00:20:35: Es ist total hörenrissig.
00:20:36: Fünfzigtausend Euro Öl einfach so auf den Boden zu gießen.
00:20:39: Und in Jesu Haare und sonst was.
00:20:42: Ja, es gibt immer Arme.
00:20:44: Ja, man könnte auch sagen, hey, unser Jugendraum muss neu gebaut werden.
00:20:47: Da brauchen wir auch ganz viel Geld.
00:20:48: Ja, da gibt es sowas für verschwenderisches aus.
00:20:51: Da kann man auch besser investieren.
00:20:53: Ja, die Fassade bröckelt hinten an der Hauswand.
00:20:55: Müsste ja auch neu gemacht werden.
00:20:57: Jesus sagt, die Armen habt ihr immer bei euch.
00:21:01: Das heißt, wir werden immer gute Gründe finden, nicht verschwenderisch zu sein mit unserer Liebe.
00:21:07: Wir werden immer Sachen haben, die ganz wichtig sind, die unsere Zeit benötigen, statt zu sagen, hey, komm, Jesus, ich schenk dir jetzt eine Stunde und bete dich an.
00:21:15: Oder hey, Jesus, ich schenk dir mein ganzes Taschengeld, ja, und weiß gar nicht, wie ich vielleicht diesen Monat ins Kino gehen kann mit meinen Kumpels oder sowas.
00:21:21: Aber hey, du bist mir wichtiger.
00:21:22: Ja, ich möchte verschwenderisch sein mit meiner Liebe.
00:21:25: Wir werden immer gute Gründe haben, nicht zu lieben.
00:21:30: Aber die Einstellung, die Maria an den Tag liegt, das ist egal.
00:21:33: Hier Jesus nimmt diese fünfzigtausend Euro.
00:21:36: Wenn wir darauf warten, bis es uns passt, Jesus anzubeten und verschwenderisch zu sein, werden wir ihn nie lieben.
00:21:42: Und zum Schluss möchte ich euch die Geschichte nochmal vorlesen.
00:21:45: Allerdings eher so ein Style von der Serie The Chosen, wo es irgendwie nicht nur die nackte Geschichte aus der Bibel ist, sondern ein bisschen Atmosphäre dazu.
00:21:57: gegeben ist.
00:21:58: Und mir, als ich die das erste mal gehört habe, die kommt auch nicht von mir, die habe ich von der Predigt von Johannes Hartl geklaut und mir hat es geholfen irgendwie diese ganze abstruße Situation und diese Liebe, die Maria Jesus zeigt zu verstehen.
00:22:12: Und keine Ahnung, ihr könnt vielleicht die Augen schließen oder sowas, wird jetzt ein bisschen länger.
00:22:16: der Text, den ich vorlese, vielleicht, genau, hört einfach zu und versucht euch hineinzuführen in die Geschichte.
00:22:24: Es ist der erste heiße Tag in diesem Frühjahr.
00:22:27: Der Wind hatte nachts zuvor gedreht und bließ nun warabe Luft aus dem Nägelfür Britannien.
00:22:33: Die letzte Woche war die letzte Woche vor dem Russen fest.
00:22:36: Schon waren einige Dutzten Pilger eingetroffen, die wie jedes Jahr auch diesmal ihr Quartier in dem kleinen Städtchen gleich hinter dem Ölberg bei Jerusalem bezogen.
00:22:45: Geschäftiges Treiben auf den Straßen, das Blöken von Schafen, das Schreien von Kindern.
00:22:52: Die letzten Tage waren anstrengend gewesen.
00:22:54: Das Wandern durch die Ortschaften, Streitgespräche mit zunehmend feinseligen Risären, getuschelte Behauptungen von einem Mord komplett.
00:23:02: In Jerusalem, so sagte man, spreche man von Jesus und dem auferweckenden Arzerus.
00:23:07: Aus dem Palast des Herodos hörte man beunruhigende Gerüchte.
00:23:11: Auch Jesus war erschöpft.
00:23:13: Der Weg von Ephraim war staubig und steil.
00:23:15: Sie waren vormittags losgegangen und freuten sich nun auf ein Wiedersehen mit den Freunden in Britanien.
00:23:21: Eigenartig war Jesus in den letzten Tagen manchmal gewesen.
00:23:24: Er sprach sorgenvoll von ihrer Wallfahrt nach Jerusalem.
00:23:27: Er sprach von Konflikt, von Verrat, vom Sterben.
00:23:31: Wie gut, dass dies erst mal vergessen war, als sie die kleine Lehmhütte in Britannien sahen, die sich an einem Berghang anschickten, die Synagoge mit ihren Dachbalken den Dorfbrunnen und wie überall auch hier zusammen laufende Kinder, neugierig starrende und freudig windende Dorfbewunder.
00:23:47: Jesus ist wieder da.
00:23:49: Und auf einmal weiß es jeder.
00:23:50: Doch heute keine Predigt.
00:23:52: Heute kein Besuch in der Synagoge und heute auch keine Heilung.
00:23:56: Ein kleiner gepflasseter Weg führt an einer Steinmauer entlang, einige Schritte aus dem Dorfzentrum heraus zu dem Anwesen Simons, jenes verwitweten Gewürzklima, der vor einigen Jahren einen Aussatz erkrankt und bald darauf aus dem Dorf ausgeschlossen werden musste und ebenso bald darauf starb.
00:24:12: Das Haus des Lazarus und seiner beiden älteren Schwestern, die an Eltern statt für ihn und den Haushalt sorgten.
00:24:18: Shalom Maria, grüßte Jesus, der als Erster eingetreten war in die Nebenkammer der Wohnstube.
00:24:24: Voll Freude begrüßte Maria Jesus.
00:24:26: Ich wusste nicht, dass ihr so früh kommt.
00:24:29: Nehmt Platz, nun traten auch die Jünger ein.
00:24:31: Martha und Lazarus.
00:24:34: Alten herbei.
00:24:35: Wie schön, dass ihr da seid, sagt Martha und reichte einen Tonunschüssel mit Wasser zum Händewaschen herum.
00:24:39: Ihr müsst hungrig sein.
00:24:41: Sofort verschwindet sie in der Küche.
00:24:43: Lazarus legt sich die Tisch.
00:24:44: Wie gut ist es, wieder hier zu sein, sagt Jesus.
00:24:47: und nimmt einen Schluck Wasser aus dem Becher vor ihm.
00:24:50: Ölampen werden entzündet, Brot und eine würzige Tunke gereicht.
00:24:54: Jesus ist der Ehrengast, der Freund der Familie.
00:24:56: Erzähl, Jesus, wo ihr wart.
00:24:58: Man hört, du hättest einige Feinde.
00:25:00: Die Jünger berichten von den Reisen der letzten Woche und den Wundern, den Auseinandersetzungen.
00:25:05: Da kommt Martha.
00:25:06: Diesen Wein müsst ihr probieren.
00:25:07: Ich habe ihn für Pessach gekauft, doch diesen Krug voll spendiere ich schon heute.
00:25:12: Eingelegte Oliven, Schafskäse, Rosinen und knusprig frische Brotfladen.
00:25:17: Ein Festessen für Jesus.
00:25:19: Salz wird herumgereicht.
00:25:21: Kräuter und Olivenöl finden Käse in einem Schälchen.
00:25:24: Ein fröhliches Gespräch entspint sich.
00:25:26: Gemeinsame Erinnerungen.
00:25:27: Frohe Begebenheiten und immer wieder ein Wort von Jesus, das alle aufhorchen lässt.
00:25:32: Auf einmal steht Maria vom Tisch auf.
00:25:34: Schweigsam war sie bislang gewesen.
00:25:35: Wie immer hatte sie einfach nur Jesu angeschaut, seinen Worten gelauscht.
00:25:40: Die Tischgespräche, das Essen, die Arbeit, all das schien für sie nun im Hintergrund stattzufinden.
00:25:46: Sie verschwindet im Nebenraum und einige Minuten lang fällt ihre Abwesenheit kaum auf.
00:25:51: Als sie den Wohnraum leise von hinten wieder betritt, bemerkt es im Lachen und Reden der Gäste keiner.
00:25:57: Im Schatten außerhalb des Lichtkegels der Ölampen nähert sie sich Jesus.
00:26:01: Keiner sieht kommen, was nun geschieht.
00:26:04: Und als Maria beginnt, vergehen einige Sekunden, bevor überhaupt jemand darauf reagieren kann.
00:26:09: In einem Traarm trägt sie eine Alabaster im Fohre, kunstvoll gestartet.
00:26:14: In warmen Rosetönen schimmend.
00:26:16: Es ist eines jener Flakons, die man mitunter auf den Märkten bei den Spezereien händlern sieht.
00:26:22: Nur meistens sind sie kleiner.
00:26:23: Das Fläschchen ist versiegelt.
00:26:25: Sofort wird Mathe und Lazarus klar, was Maria hier tut.
00:26:28: Sie kennen dieses Fläschchen.
00:26:30: Ihr Vater hat ein kleines Geschäft vor seinem Vater geerbt.
00:26:34: Mastex, Baldurum und ähnliche Weihrauchharze hatte er von persischen Händlern in Jericho gekauft und in Jerusalem verkauft.
00:26:41: Simon, ihr Vater, baute das Geschäft weiter aus.
00:26:44: Elendwürzwein, weinrote Schminke aus Thyrus, Kassia aus Indien und Negen aus Ägypten.
00:26:49: Performs und Mischungen für die Balsamierungen produzierte er selbst und verfügte dafür über eine kleine Sammlung der edelsten und kostbarsten Duftöle.
00:26:58: Eine solche Menge an Nadenöl auf einmal zu erstehen zu können war selten, doch es erschien das Geschäft seines Lebens zu sein.
00:27:04: Reiner, hochwertige Nader aus dem Land zwischen Euphrat und Tigris.
00:27:08: Er bekam nur wenige Tropfen als Probe zum Riechen, doch das genügte.
00:27:12: Das war das feinste Nadenöl, das er je gesehen hatte.
00:27:16: Von seinem Augen sah er Dutzende von großen Empfohren der Balsammischungen, die er mit jeweils einigen Tropfen dieser aromen Essenz würde herrlich stuftend lassen können.
00:27:25: Der Preis des Öls war groß.
00:27:27: Er musste einen großen Teil seines gesamten Vermögens aufbringen.
00:27:30: Hundertfünfzig, zweihundert, zweihundertfünfzig, dreihundert Silbermünzen zählt er auf den Tisch des Karawahnenführers.
00:27:36: Doch mit diesem Duft würde er über Jahre hinweg hochwertige Parfons herstellen und guten Umsatz erzählen können.
00:27:42: All dies schoss um Arta und Lazarus durch den Kopf.
00:27:45: Vater war vor zwei Jahren gestorben.
00:27:47: Marta hat als Eltern das Haus geerbt, Lazarus das Geld und das Geschäft.
00:27:51: Das Nadenöl war Marias... ganzes Erbe, ihre finanzielle Absicherung, ihre Mitgift und damit auch die einzige Chance darauf, einen Mann, Kinder und soziale Absicherung zu finden.
00:28:01: Eben diese Alabasterflasche hielt Maria in Händen und mit einer entschiedenen Bewegung brachte den dünnen Hals des Flakons in zwei und begann den Inhalt über Jesu Haupt zu gießen.
00:28:11: Vor Entsetzten blieben Augen und Münder offen.
00:28:14: Sie goss das Öl regelrecht aus, jenes Öl von den bereits wenigen sorgsamlosierte Tropfen genübten, das Lager eines Königs zu aromatisieren.
00:28:22: Doch sie hörte nicht auf.
00:28:24: Ein dünnes glitzendes Rinnensal, quoss aus dem zerbrochenen Alabaster, benetzte Jesu dichtes Haar, ran über seine Stirn, tränkte den Saum seines Gewandes.
00:28:32: Nun näherte sie sich Jesu Füßen.
00:28:34: Auch über sie goss sie reichlich aus, massierte das Perform mit ihren Händen ein, wie eine Explosion von anmutigen Wohlgeruch.
00:28:42: Er griff diplomische Essenzbesitz vom ganzen Raum.
00:28:45: Süß, orientalisch, verführerisch.
00:28:48: und unendlich durchdringend, eintausende Erinnerungen weckend und sinne betörend.
00:28:52: Was tut sie da?
00:28:54: stand in den Gesichtern der Gäste geschrieben, und der eine oder andere äußerte es auch flüstern.
00:28:58: Doch damit noch nicht genug.
00:29:00: Mit einer flinken Bewegung zog Maria ihren Schleier von den Schlefen und löste die Holzspange aus ihrem dichten, dunkelbrauen Haar, das nun in langen Locken über ihr Schultern herabfiel.
00:29:10: Ihren Kopf, ganz nah an Jesu Füßen, mannte sie sich ihre Haare wie ein Tuch um seine Füße und begann sie damit abzutrocknen.
00:29:17: Das ging nun wirklich entschieden zu weit.
00:29:19: Alles war von Nadenöl.
00:29:21: Es tropf von Jesu Kopf.
00:29:23: Sein Gewand und seinen Füßen.
00:29:25: Marias Haar und Floss auf die Felddecken auf den Jesu lag.
00:29:28: Was soll das?
00:29:29: Platzte es aus Judas heraus.
00:29:31: Das ist Nadenöl.
00:29:32: Ist ein Vermögenwert.
00:29:33: Das ist ein Fund.
00:29:34: Hätte man es für dreihundert die Nare verkauft und das Geld in Armen gegeben.
00:29:38: Was für eine unsinnige Verschwendung.
00:29:40: Nun stimmten auch die anderen ein.
00:29:41: Das war ihr Erbe.
00:29:43: Wenn das Simon wüsste.
00:29:45: Das ist wirklich übertrieben.
00:29:46: Warum sagt Jesus denn nichts?
00:29:48: Stell dir vor, dreihundert die Nare.
00:29:51: Doch Jesus schien all das nicht zu hören.
00:29:53: Stumm und mehrwissend als lächelnd blickte er auf Maria, deren Augen unentwegt auf seine Augen gerichtet waren.
00:30:01: Lass, sie sagt er, als würde er mehr zu ihr als zu ihnen sprechen.
00:30:05: Die Armen habt ihr immer, doch nicht mich.
00:30:07: Ich sage euch, wo immer auf der ganzen Welt das Evangelium verkündigt wird, wird man von dem erzählen, was sie getan hat.
00:30:13: ihr zu einem ewigen Andenken.
00:30:16: Das war wenige Tage später.
00:30:19: Seine Haare und sein Gewand waren nicht mehr gewaschen worden.
00:30:22: Es war der Tag von dem Pessach.
00:30:24: In seinem dichten, lockigen Haar hielt sich noch Marias Nadel, als in Haupt von dem ersten Schlag des Stockes getroffen wurde.
00:30:31: Seine Stirn schien noch immer von jenem Öl zu schimmern, als sich die langen Dornen bis zum Schädelknochen durch die Kopfholt stachen.
00:30:38: Als man das Kleid von seinem zerschundenen Leib Als man das Kleid von seinem zerschundenen Leibe zog, da dufteten seine Wänder nach Würzöl, wie es Psalm-Fürtzig es verheißen hatte.
00:30:49: Als seine Füße vom Nagel durchs Bord wurden, erinnerten sich noch daran, als ihre Haare sie im Schlungen.
00:30:54: Und noch im letzten Augenblick, bevor Jesu am Kreuzer die Sinne schwanden, roch er nach Öl, roch er das Öl auf seine Haut.
00:31:01: Maria, du hast diesen Leibe für meinen Begräbnis gesalbt.
00:31:05: Du hast ein gutes Werk an mir getan.
00:31:07: Das wird in Ewigkeit nie vergessen.
00:31:13: Und das ist verschwenderische Liebe, die wir auch im Lobpreis Gott bringen können.
00:31:19: Amen.
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